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Hochsensibilität und Depressionen - Einführung


Hochsensibilität und Psychische Erkrankungen - gibt es Zusammenhänge?

Eine Betrachtung von O. Lindenlaub, selbst Betroffener und positiv getesteter Hochsensibler

Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen, hauptsächlich an Depressionen, Burnout, Angst- und Zwangserkrankungen.

Doch wo liegen - neben den vielen bekannten Ursachen wie Stress, Reizüberflutung, usw. - die „Anlagen“, die Menschen daran erkranken lassen?

Weswegen erkranken in gleichen Belastungssituationen nicht alle?

Sind hier vielleicht bestimmte „in die Wiege gelegte“ Anlagen dafür verantwortlich, dass Menschen mit höherer Empfindlichkeit heranwachsen und eventuell dadurch erkranken?

Gibt es tatsächlich Menschen, die höher sensibel oder sogar Hochsensibel sind?

Diese interessanten Fragen führten mich zum Thema:

Sind Hochsensible „prädestinierte Kandidaten“ für eine spätere Erkrankung an Depressionen?

Vielleicht eine gewagte Frage, eventuell eine treffende Hypothese, aber in jedem Fall eine Thematik, mit der man sich angesichts der rasant zunehmenden psychischen Erkrankungen unbedingt befassen muss.

In meiner Vereinsarbeit (seit 01.2008) habe ich mich intensiv mit einem möglichen Zusammenhang beschäftigt.

Immer wieder befragte ich Vereinsmitglieder, die auf nachfolgend genannten Internetseiten entsprechende Selbsttests ausgefüllt hatten, nach ihren Testergebnissen.

In über 90% aller Fälle waren Personen, deren Testergebnisse auf Hochsensibilität positiv ausfielen, später von einer psychischen Erkrankung - meist Depressionen - betroffen.

Aus diesen Erkenntnissen heraus ergibt sich für mich die dringliche Notwendigkeit, diese möglichen - bzw. sogar wahrscheinlichen Zusammenhänge aufzugreifen und auf unseren Internetseiten zu thematisieren.

Hierbei gehe ich davon aus, dass eine gewisse „Vermeidbarkeit“ möglich sein bzw. erreicht werden kann.

Was wäre, wenn hochsensible Menschen in ihrer überreichen Wahrnehmung vor jedem „Zuviel“ geschützt werden könnten und ihnen somit eine jahrzehntelange Reizüberflutung und psychische Überforderung erspart bliebe?

Da ich selbst bei diesem Test auch klar als Hochsensibler identifiziert wurde, rede ich hier auch aus eigener Betroffenheit.

Doch erst mit Hilfe namhafter Wissenschaftler (z.B. Elaine N. Aron, Georg Parlow) und deren literarischen Veröffentlichungen begann ich, mich selber in diesen Wahrnehmungen zu erkennen und zu begreifen.

Ich begriff: Wir Hochsensiblen sind „anders“!

Doch wie anders sind wir eigentlich?

Sind wir die „Spielverderber“ unserer vor Reizüberflutung strotzenden Umwelt oder die „Spaßbremsen“ der Nation?

Sollte man auf die „sensiblen Spinner“ hören, oder sie doch nur auslachen oder ignorieren?

Hier bleibt mir nur der Versuch einer Antwort aus meiner eigenen und demzufolge subjektiven Sicht der Dinge.

Ich denke, dass unsere Gesellschaft die Warnzeichen der „Schöpfung“, der natürlichen Anlagen und menschlichen Begrenzungen - zugunsten des Kommerzes - immer mehr bewusst ignoriert.

Unsere Gesellschaft produziert als „Nebenprodukte“ immer mehr psychisch erkrankte Menschen.

Die begünstigenden Faktoren finden sich schnell zusammen.

So ist die intakte Familie immer mehr zum Wunschbild einer Gesellschaft geworden, in der Patchwork- Familien, alleinerziehende Elternteile, gleichgeschlechtliche Paare und Pflegefamilien sich um Kinder kümmern.

Eltern - wie wir sie haben konnten - als Vater und Mutter, kennen viele Kinder nicht.

Wie viele Kinderschicksale wachsen - mit dem Alter der Betroffenen - zu E/erwachsenen Problemen im doppelten Sinne dieses Wortspieles heran.

Kindheitstraumata - unter anderem auch aus dem Gesichtspunkt der Hochsensibilität heraus betrachtet - sind massive und sehr zahlreiche Ursachen von psychischen Folgeerkrankungen.

Ein weiteres Problem ist unsere Leistungsgesellschaft.

Von Kindheit an werden wir auf Leistung getrimmt!

Bereits in den Vorschuleinrichtungen beginnen diese Bewertungssysteme, die uns bis hinein ins Berufsleben über Schule und Ausbildung unablässig begleiten.

Wer Leistung bringt, ist toll, erfährt Achtung und Anerkennung.

Wer nicht, wird zuerst „getriezt“, dann - wenn er dadurch aber die geforderte Leistung noch immer nicht bringt - wird er gemobbt, benachteiligt, diskriminiert und schlussendlich ausgesondert - er wird zum Außenseiter außerhalb unserer Leistungsgesellschaft.

Viele junge Menschen versuchen mit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn in ihrer jugendlichen Kraft und Dynamik die Erfolgsleiter schnell hinaufzusteigen.

So werden sie z.B. zu Teamleitern, denen eine immense Verantwortung auferlegt wird und von denen ebenso immense Leistungen verlangt werden, damit sich die Türen zum Erfolg öffnen.

Hochsensible Menschen in solchen Positionen erleben und ertragen so viel mehr als ihre "Kollegen ohne Hochsensibilität".

Ihnen muss gelingen, die massive Verantwortung, den Leistungsdruck, die eigene berufliche Perspektive und die Vielzahl an zusätzlichen Wahrnehmungen nicht nur aufzunehmen und im Auge zu behalten.

Sie müssen deren Realisierung auch mit ihrer Veranlagung zur Hochsensibilität umsetzen und gestalten, wobei sie oft in die absolute Überforderung geraten.

Und wieder produziert unsere Leistungsgesellschaft Menschen, die aus Überlastung und Überforderung, weil sie alles schaffen-, alles richtig machen- und sie sich bewähren wollen, in psychische Überforderung geraten und dann - mit hoher Wahrscheinlichkeit - in das tiefe Loch des Burnout (englisch für Ausbrennen, die Kraft und Lust verlieren) zu fallen.

In Folge der Burnout- Erkrankung, die oft noch sehr jungen Menschen betrifft, brauchen diese lange klinische Behandlungen und Anschluss-  Therapien, um hoffentlich wieder berufstätig werden zu können.

Meist jedoch sind sie in ihren erlernten und nur kurz ausgeübten Berufen berufsunfähig geworden und müssen zum Wiedereinstieg ins Berufsleben den Weg über eine Umschulung nehmen.

Vertane Zeit, vergeudete Kraft, Desillusionierungt, verschwendete Ausbildungsgelder und psychisch mehr oder minder instabiler junge Menschen sind die Folgen.

Dementsprechend möchten wir Ihnen als Besucher unserer Internetseiten diese wichtige Thematik nicht vorenthalten und haben für Sie neben interessanten Links auch ein Bücherverzeichnis: Buchtitel zum Thema zusammen getragen.

Aus den Erfahrungen in der Selbsthilfearbeit kann ich immer wieder bestätigen, dass es enge Verbindungen zwischen Hochsensibilität und einer späteren Erkrankung an Depressionen gibt.

Ein direkter Zusammenhang, woraus sich eine Folgeerkrankung an Depressionen aus einer veranlagten Hochsensibilität ergibt, kann daraus jedoch nicht hergestellt werden, bzw. diese Aussage nicht verbindlich und auch nicht wissenschaftlich fundiert getroffen werden.

Weil aber in einer Früherkennung der Veranlagung zur Hochsensibilität eine Vorbeugemöglichkeit für Depressionen liegen könnte, möchten wir uns als Verein für Psychosoziale Selbsthilfe Thüringen unbedingt auch diesen Zusammenhängen widmen und hier - wenn auch nur eventuelle aber doch sehr wahrscheinliche - Möglichkeiten ausschöpfen, die der Prophylaxe einer depressiven Erkrankung dienlich sein könnten.

Lesen Sie die umfangreichen Texte unter Weiterführende Links und sehen Sie sich die Videos zum Thema Hochsensibilität aus verschiedenen Standpunkten und Betrachtungsweisen heraus an, die mit viel Sorgfalt ausgewählt wurden.

Beachten Sie aber auch, das viele Betrachtungsweisen verunsichernd wirken können und erst der Abgleich mit einer externen Wahrnehmung eine bedingte Sicherheit zur Einordnung der eigenen Persönlichkeit geben kann.

Auf Grund meiner jahrelangen Erfahrung mit Hochsensibilität als auch mit Depressionen aus Selbstbetroffenheit, aber auch aus unserer Arbeit mit beidseitig Betroffenen, verfügen wir über genügend Potential zur Hilfe bei der eigenen Einordnung.

Aber mehr noch! Wir sind in der Lage, auf dieser Basis Hilfe zur Gestaltung einer psychisch gesunden Lebensweise anzubieten und dabei auch zu begleiten.

Wir möchten nicht nur Hochsensible Menschen in der Einordnung dieser Eigenschaft begleiten und Ihnen bei der Bewältigung eines anders gelagerten bzw. belasteten Alltages helfen.

"Vorbeugend" möchten wir auch Angehörige, vor allem Eltern und Personen in pädagogisch- erzieherischen Berufen sensibilisieren.

Sie alle sollten lernen, diese Veranlagung "ihrer" Kinder frühzeitig zu erkennen, um darauf den richtigen Einfluss nehmen zu können.

Hochsensiblen Kindern und Jugendlichen, müssen - ebenso wie Erwachsenen - Filtermechanismen beigebracht werden, die sie weitestgehend vor Reizüberflutung und permanenter psychischer Maximal- bzw Überbelastung und daraus folgender Überforderung schützen.

Mit Sicherheit lassen sich dadurch von Anfang an positivere Lebensqualitäten etablieren und vielleicht sogar (ich lege hier noch mal meine subjektive Vermutung eines Zusammenhanges - wie oben beschrieben - zu Grunde) spätere psychische Erkrankungen vermeiden bzw. ein Erkrankungsrisiko reduzieren.

Durch die Weitergabe unseres erfahrungsbasierten Wissens und der Nutzung unserer Hilfeangebote wird es Betroffenen mit beiderlei Problematiken ermöglicht, trotz - oder auch gerade - mit ihren Betroffenheiten und Veranlagungen ein lebenswertes Leben zu erlernen, es wiederzufinden oder neu kennen zu lernen.

Das dies möglich und machbar ist, zeigt mein eigenes Lebensbeispiel, dass sich sowohl in der Veranlagung als Hochsensibler, als auch in der späteren Erkrankung an Depressionen manifestiert.

Mit Hilfe meiner geliebten Frau (ebenfalls positiv getestete Hochsensible), meiner mit dem 16. Lebensjahr getroffenen Entscheidung zum christlichen Glauben, den mir nahestehenden Mitgläubigen in meiner Kirchgemeinde, unseren Vereinsvorsitzenden und meinem Freund Hans-Christoph Richter, mit dem ich 2008 diesen Selbsthilfeverein gründete und natürlich mit meinen Vereinskollegen, gelang es mir, ein wieder selbstbestimmtes, lebenswertes Leben neu zu gestalten und zu leben.

Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen Genannten ganz herzlich bedanken!!!

Dementsprechend werde ich die auf diesem Wege gesammelten wertvollen Erfahrungen und Kenntnisse gerne weitergeben und mich innerhalb der Vereinstreffen in Erfurt ganz besonders auch dieser Zusammenhänge - gern auch in Einzelgesprächen - widmen.

Sollten Sie sich in diesen Schilderungen, aber auch in anderen Problematiken zu psychischer Betroffenheit ansatzweise wiederfinden, lade ich Sie recht herzlich zum diskreten Gespräch zu zweit, oder zum vertraulichen Gespräch in unserer Gesprächsrunde ein.

Wenn Sie ein "unter 4 Augen" Gespräch mit mir wünschen, dann Bitte nur mit telefonischer Voranmeldung!

Dann kann ich mir für Ihr Anliegen auch die Zeit nehmen kann, die Sie brauchen.

Alle verbindlichen Informationen zu Termin(en), Treffpunkt(en) und Kontaktmöglichkeit(en) entnehmen Sie bitte den Angaben auf dieser Homepage unter dem Menüpunkt: „Sie finden uns in…“ und dann weiter unter dem Ort der Vereinsniederlassung, hier z.B.: „Erfurt“.

Alles Gute und Bleiben - bzw. werden Sie wieder gesund!

Gerne auch mit unserer Hilfe!

Olaf Lindenlaub / Webmaster


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