Einteilungen sollen helfen, das Verständnis für die Erkrankung zu erleichtern.Einteilung und Namen depressiver Erkrankungen in Erkrankungsgruppen:
Depressive Erkrankungen in bestimmte Gruppen einzuteilen, ist recht schwierig, weil die Übergänge fließend sind. Eine eindeutige Abgrenzung ist oft nicht möglich. Um aber das Verständnis und den Umgang mit dieser Erkrankung zu erleichtern, wollen wir die nachfolgenden Begriffe verwenden. In der Praxis findet eine solche strikte Einteilung nur noch selten statt:
Diese Einteilung von depressiven Erkrankungen ist nur eine Möglichkeit. In der Literatur und in der Praxis sind noch erheblich mehr Unterscheidungsmöglichkeiten zu finden. Immer häufiger findet sich auch eine Einteilung nach Symptomen. Danach unterscheidet man Depressionen in "agitiert- ängstlich- depressiv" oder "gehemmt- depressiv". Die endogene Depression wird heute oft als "schwere depressive Episode" beschrieben und Depressionen mit körperlichen Symptomen oder körperliche Ursache werden als "somatoforme Störungen" bezeichnet. Alle Formen können leicht, mittel oder auch schwer ausgeprägt sein.
SomatogeneDepressionen können z.B. im Zusammenhang mit organischen Krankheiten auftreten.
In der Gruppe der somatogenen Depressionen werden Depressionen zusammengefasst, die im Zusammenhang mit organischen Krankheitsbildern entstehen, also körperlich begründbar sind. Dabei werden sie noch weiter untergliedert in:
Organische Depressionen, die auf strukturelle Veränderungen des Gehirns und des Körpers zurückzuführen sind, z. B. beiTumoren, Epilepsie, Schlaganfall, als Folge von Infektionskrankheiten oder bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose).
Weitere Beispiele für somatogene Depressionen betreffen nur Frauen. Das sind z.B. die sogenannten "Heultage" nach der Geburt eines Kindes, dieWochenbettdepression aus der sich eine ernsthafte, postnatale Depressionentwickeln kann.
EndogeneDepression sind solche, die scheinbar ohne Grund auftreten, sie kommen von innen.
Bei den endogenen, den von innen kommenden Depressionen, finden sich alle Formen, die scheinbar ohne erklärbare Ursache auftreten. Die Betroffenen fühlen sich dann auch "grundlos" krank und erleben ihre Krankheit als etwas, "dass ihnen auferlegt wurde". Die Ursachen dieser Depressionen sind noch unbekannt. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Stoffwechselstörungenals mitverursachend auftreten. Endogene Depressionen treten familiär gehäuft auf. Zu ihnen gehören u. a.:
Insgesamt sollte man berücksichtigen, dass viele Ursachen für Depressionen noch nicht vollständig erforscht sind.
Psychogene(seelische)Depression als Reaktion auf verschiedene Umwelteinflüsse.
Die psychogenen Depressionen sind in der Regel auf kurz- oder langfristig einwirkende Umweltereignisse zurückzuführen. Das bedeutet, dass auch die Betroffenen selbst einen Grund für ihre Erkrankung erkennen können. Zu dieser Gruppe gehören alle reaktiven Depressionen und Störungen der seelischen Erlebnisverarbeitung.
Bei reaktiven Depressionen kann man häufig ein Zusammenwirken von inneren und äußeren Faktoren erkennen. Innere Faktoren, die sozusagen das Zentrum der Depression bilden, sind häufig belastende Erlebnisse, die bis in die Kindheit zurückreichen können. Ein äußerer Anlass kann sich dann, wenn er mit diesem inneren Kern in Verbindung gebracht wird, zu einer Depression entwickeln. Häufig sind nicht verarbeitete Ereignisse, z. B. der Verlust eines geliebten Menschen, Umzug mit Verlust der vertrauten Umgebung und Veränderung der Lebensumstände Ursache einer reaktiven Depression. Kritischen Lebensphasen, z. B. in derPubertät, den Klimakterium/Menopauseder Frau oder derAndropause(die Wechseljahre des Mannes), nach der Geburt eines Kindes, bei Berentung oder Pensionierung können dann Auslöser für eine Depression sein.